Lediglich ein reichliches Jahr beträgt die Zeit zwischen der Veröffentlichung von „Dream, Tiresias!“ und dem Neuwerk von Project Pitchfork, welches mir der Postbote an diesem regnerischen Tag überreicht. Die Sorge, dass hier nur ein halbgarer Schnellschuss produziert wurde, hält sich angesichts der Erfahrungen mit dieser Band in Grenzen, und erfreut nehme ich nach Einlegen des Longplayers zur Kenntnis, dass Mastermind Peter Spilles seine Fans keineswegs enttäuscht, im Gegenteil. „Continuum Ride“ setzt da an, wo der Vorgänger bereits erfolgreich begann: Ein weiteres Mal besinnt man sich im Hause Pitchfork auf alte Stärken und schickt eine ausgeklügelte, reife und düstere Electro-Abrissbirne ins Rennen, welche das letzte Werk „Dream, Tiresias!“ sogar noch zu übertreffen vermag - endgültig vergessen scheinen nun die Tage des verhältnismäßig schwachen „Kaskade“-Albums.
Bereits der zunächst mit sanftem Meeresrauschen einsetzende Opener „Way of the world“ gibt die Marschrichtung vor, treibende Beats vermischen sich mit kraftvollen Electro-Hymnen zu einem beeindruckenden Klanggebilde, welches bis zum letzten zehnminütigen Song „Full contact“ (welcher mit selbigem Meeresrauschen endet) nichts an Intensität einbüßt. Kurze Verschnaufpausen erlauben einzig die etwas ruhigeren „The dividing line“, „Continuum“ und „Ghosts of the past“, von denen letzteres statt Lyrics lediglich auf Sprachsamples baut. Mein persönlicher Favorit findet sich sehr schnell im fulminanten „Endless infinity“, welches doch beinahe Erinnerungen an vergangene Gassenhauer wie „Conjure“ wachwerden lässt.
Erfreulich kann ich außerdem zur Kenntnis nehmen, dass Project Pitchfork nichts an ihrer Gesellschaftskritik verloren haben, und beispielsweise in „Star child“ einmal mehr Ausbeutung und Umweltzerstörung thematisieren. Zweifelsohne eine immer wiederkehrende Konstante in Spilles‘ Lyrics, doch ebenso auch eine Sache, über die wohl nie genug Songs geschrieben werden können.
Die limitierte Special Edition kommt zudem im edel aufgemachten Buchformat daher, mit ausführlichem Booklet, Shirt, sowie zusätzlichen Remixen und Musikvideo zum Song „Beholder“. Alles in allem kann ich schon jetzt zu behaupten wagen, dass sich „Continuum Ride“ sowohl in die Liga der stärksten Pitchfork-Alben als auch in die Spitze des gesamten deutschen Electros einreihen wird und für unbestimmte Zeit von den Tanzflächen nicht mehr verschwinden wird. Man bringe mehr davon!
1. Way Of The World
2. Stacked Visions
3. The Dividing Line
4. Endless Infinity
5. Dead Cities
6. Continuum
7. Beholder
8. Ghosts Of The Past
9. Supersonic Snakebite
10. Star Child
11. 43rd Floor
12. Full Contact
9.0 Punkte von Metalrocky (am 26.07.2010)
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musikalischer Background des Verfassers Vor allem deutschsprachiger Black Metal! Ansonsten bin ich offen für alles.
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