„Asesino“, das war dereinst der Name unter dem Ex-Fear Factory-Songwriter Dino Cazares bei den vermeintlich mexikanischen Mord-und-Totschlag-Metallern Brujeria agierte. Dort ist er inzwischen nicht mehr dabei, dafür hat er aber bereits vor Jahren sein eigenes Projekt gegründet, das musikalisch und konzeptuell an Brujeria anschließt und sein altes Pseudonym als Bandtitel trägt.
Nach dem 2002er Debut „Corridos de Muerte“ folgt nun der zweite Streich namens „Cristo Satanico“ und inzwischen hat sich auch hier das Bandkarussell gedreht: Unter den wundervollen Pseudonymen „Maldito X“ und „El Sadistico“ stehen Herrn Cazares auf diesem Album Tony Campos (Static-X, Ministry) und Emilio Marquez (Sadistic Intent) zu Seite, Beihilfe zum musikalischen Mord wird außerdem im Song „Regresando Odio“ von Andreas Kisser (Sepultura) und Jamey Jasta (Hatebreed) geliefert.
So viel zu den Tätern, werfen wir aber jetzt einen näheren Blick auf den Tatort: Wie bereits vom Debut und Brujeria bekannt, werden sämtliche Texte auf Spanisch dargeboten, was es dem Rezensenten maßgeblich erschwert, weiter auf eben diese einzugehen. Angesichts der Songtitel ist es allerdings nicht schwer zu erraten, worum es hier primär geht: Mord, Perversion, Satanismus, Mord und außerdem noch Mord. Alles beim Alten also.
Bei diesen Themen ist es nicht verwunderlich, dass hier kein klassischer Hard Rock dargeboten wird, sondern dass Asesino wieder ballernden Death Metal amerikanischer Schule auf ihre Opfer loslassen. Mit handwerklicher Präzision und einer sauberen Produktion wird auch gerne etwas Thrash Metal in die Songs eingeflochten, selbst vor Bombast-Keyboards, die ab und zu im Hintergrund auftauchen wird nicht zurückgeschreckt. Auf diese Art und Weise schaffen es Asesino relativ viel Abwechslung in ihre schnellen, manchmal fast grindenden Death Metal Orgien zu bringen und auch für die ein oder andere Überraschung ist man gut: So ist der Song „Cristo Satanico“ ein rein instrumentaler Keyboard-Track, während das folgende „Y Tu Mama Tambien“ starke Erinnerungen an Fear Factory oder Dinos Arbeit auf dem „Roadrunner United“-Sampler wachruft. Mit einer gehörigen Portion Übertreibung und Ironie werden bisweilen absurd oder lustig klingende Samples in die Songs eingestreut und die bitter-bösen Themen erscheinen plötzlich gar nicht mehr so fies, wie man eigentlich dachte. Selbst wenn man kein Spanisch versteht, scheint es offensichtlich, dass auf „Cristo Satanico“ jede Menge Sarkasmus und morbider Humor mitschwingt.
Ohne jeglichen Sarkasmus kann ich aber nach mehrmaligem Hören von „Cristo Satanico“ behaupten, dass die Scheibe ein amtliches Stück Metal geworden ist und sowohl von Freunden von Thrash als auch Death Metal mal angetestet werden sollte.
Anspieltipps:
Regresando Odio; Padre Pedofilo; Sadistico; Y Tu Mama Tambien
Lineup:
Asesino (Dino Cazares) - Guitars
Maldito X (Tony Campos) – Vocals, Bass
El Sadistico (Emilio Marquez) - Drums
Tracklist:
Lineup:
1. Advertensia
2. Regresando Odio
3. Maldito
4. Rituales Salvajes
5. Yo No Fui
6. Padre Pedofilo
7. Enterrado Vivo
8. Puta con Pito?
9. Adelitas
10. Twiquiado
11. Perro Primero
12. Sadistico
13. Batalla Final
14. Cristo Satántico
15. Y Tu Mama Tambien
16. Misas negras (Bonustrack)
17. Matando güeros (Bonustrack)
musikalischer Background des Verfassers Melodic Death, Modern Prog-Rock/Metal, Pagan Metal, Folklore/Neofolk, Black Metal, Neo-Thrash, Düster-Rock und noch viel mehr
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