Ich liebe manche Presseflyer. Da steht manchmal ein Zeug drin, man muss es gelesen haben:
Expect nothing but one of the most catchy, groove laden & extreme modern death metal records of the past years.
So jedenfalls beschreibt das Label die Mukke der dänischen Band Koldborn. Eigentlich könnte ich mir jetzt jede weitere Arbeit sparen, ist ja eh schon alles gesagt, oder?
Ne ne, so leicht geht es nicht. Das Album The Uncanny Valley will besprochen sein, man muss ja nicht gleich in bodenlosen Enthusiasmus ausbrechen.
Zur Begrüßung gibt es ein paar Sphärenklänge, die aber umgehend niedergeknüppelt und –gegrunzt werden. Das sphärische Intro trägt den Titel 28:06:42:12, was Wotan sei Dank nicht die Spieldauer des Stücks wiedergibt. Das reinknüppelnde Lied hat dann den schönen Namen Lords of Stupidity. Hier gibt es mit stampfenden Gitarren und Drums reinrassigen Death zu hören. Titelsong The Uncanny Valley ist das Highlight der Scheibe. Ein paar Breaks an den richtigen Stellen machen lassen Song doch ganz kurzweilig klingen.
Nummer Vier A Destiny Predicted wartet mit recht brauchbaren Gitarrenriffs auf. Der Refrain bzw. das dem zugrunde liegende Thema klingt allerdings, wie schon mal gehört. Mit unverringerter Geschwindigkeit aber einer recht einfachen Melodie schließt sich Below a Crushing Earth an. Gleiches gilt für den sechsten Song Hope Transformed Horizon. Da ist nichts wirklich Neues zu hören sondern einfach nur soliden Death. Das Gitarrensolo in der Mitte dürfte allerdings schon etwas abwechslungsreicher sein, sechs oder sieben Mal den gleichen Riff mit seinen vier Tönen runterleiern reicht mir nicht aus. Nicht nahtlos aber ohne wesentliche Änderungen im Klang folgt jetzt Disconnected. Mann, was soll man da schreiben. Klingt alles recht ähnlich… Wenigstens ist diesmal das Solo wieder etwas auffälliger. Last Message trägt den Titel nicht zu Recht, es folgen noch vier weitere Lieder. Aber auch diesem Song fehlt es an Merkmalen, die aus einem durchschnittlichen Lied einen echten Hinhörer machen. Also schauen wir mal weiter. Evtl. ist ja etwas origineller. Nein, ist es auch nicht. Neural Bound unterscheidet sich auch nicht wesentlich von den Vorgängern, lediglich die Geschwindigkeit hat etwas zugenommen. Noch so ein Nummernsong: 2:18. Ob der Titel irgendwie im Zusammenhang mit dem ersten Song steht, erschließt sich mir nicht wirklich. Aber wenigstens zeigt die Band wieder, das sie auch anders können. Die Musik ist bei diesem Lied mal etwas phantasievoller wie auch beim Abschlussstück Relativity. Hier dürfen sich die Gitarren tatsächlich mal etwas entwickeln.
Die Euphorie des Labels kann ich bei dieser Scheibe leider nicht teilen. Da ist nichts wirklich Neues dabei. Im Großen und Ganzen bietet das Ding gewohnten Death ohne wesentliche Akzente oder Überraschungen.
Tracklist:
Lineup:
1. 28:06:42:12
2. Lords Of Stupidity
3. The Uncanny Valley
4. A Destiny Predicted
5. Below A Crushing Earth
6. Hope Transformed Horizon
7. Disconnected
8. Last Message
9. Repression
10. Neural Bound
11. 2:18
12. Relativity
musikalischer Background des Verfassers Hardrock, 80er Metal, Mittelalter, Pagan, Viking, Death
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