Pro Pain gehören sicher zu den Konstanten in einem immer schneller rotierenden Musikbusiness. Seit 1992 veröffentlichen Gary Meskil und Co. Regelmäßig Alben, Touren sich anschließend den Arsch ab und gehen wieder ins Studio. So auch diesmal. Das tolle neue Langeisen „Absolute Power“ steht seit kurzem in den Läden und die dazugehörige Tour ist beim Verfassen dieser Zeilen gerade beendet. Ob sich bei diesem Rhythmus nach 18 Jahren nicht langsam Abnutzungserscheinungen auftun, hat Metalglory für euch beim Gig im Osnabrücker Bastard Club an diesem regnerischen 11. Mai versucht herauszufinden.
Bevor es allerdings in die Halle ging, stand erst noch der Interviewtermin mit Gary an. Dem fielen dann Powerstroke zum Opfer, so dass ich hier nur vom Hörensagen berichten kann. Soll aber angenehm zum lauschen gewesen sein, was die Belgier da auf die Osnabrücker Bretter gelegt haben, aber mehr Infos waren dann nicht zu bekommen von den knapp zwanzig anwesenden in der Halle.
Die nachfolgenden Komah, ebenfalls aus dem Land der Pommes, waren somit die ersten die an diesem Abend in meinen Interessenfokus rückten. Die kleine Bühne im Bastard Club bot gerade genug Platz für das Quintett, so dass die Jungs ihren aggressiven Hard-/Metalcore mit gezähmten Stageacting über die Runden kriegen mussten. Leider sprang dabei der Funke auf das recht introvertiert und spärlich angereiste Osnabrücker Publikum nicht so recht über. Da konnten sich Komah noch so viel Mühe geben, die ersten Reihen blieben neutrale Zone. Schade eigentlich, denn schlecht waren sie nicht....
Im Gegensatz zu den nun folgend Griechen Tardive Dyskinesia. Viel zu laut und undifferenziert schrubbten sie ihren Tech Metal/Mathcore Hybriden runter. In Bezug auf die Musik ist der Bandname auf jeden Fall gelungen (auch das einzig gelungene). Denn Tanzen oder irgendwelche motorisch kontrollierten Bewegungsabläufe sind zur Musik der Band nicht möglich. Die vielen unverhofft eingestreuten Wendungen machen das schier unmöglich. Da sind Zuckungen wahrlich das höchste der Gefühle. Viel Krach gemacht, und viel ablehnendes Achselzucken beim Osnabrücker Publikum geerntet. Mehr waren für die Griechen an diesem Abend nicht zu holen und wir hüllenden Mantel des Schweigens über diese, äh, Performance.
Alles schien tatsächlich nur auf Pro Pain zu warten, denn kaum das Tardive Dyskinesia die Bühne räumten wurde die immer noch vorhandene Neutrale Zone von den Fans geschlossen. Die vielen Pro Pain Shirts, älteren Datums oder für einen fairen Kurs frisch erworben sprechen da eine deutliche Sprache. Für den Merch Stand gab es ja auch Zeit genug, denn die Umbaupause zog sich aufgrund leichter Probleme mit der Standfestigkeit des Drumkits ewig hin. Aber die entnervten Gesichtszüge wichen schnell der Freude als endlich das Intro erklang und Pro Pain mit "Unrestrained" und der ultimativen Power in das Set einstiegen. Leider war auch für Pro Pain die Bühne viel zu klein, so dass Stageacting ausfiel. Selbst die Monitorboxen mussten schon auf Bierkisten ausgelagert werden. Das letzte Mal hab ich ein ähnliches Konstrukt 1995 bei Solitude Aeturnus gesehen. Unglaublich....
Aber zurück zu Pro Pain. Gary Meskil und Co. ließen sich die dürftige Publikumsresonanz an diesem Dienstagabend nicht anmerken und zockten sich spielfreudig und mit arschtightem Zusammenspiel durch einen wuchtigen Set, der kaum Anlass zu Kritik gab (nur Iraqnophobia fehlte mir). Bei dem ansehnlichen Backkatalog, den Pro Pain mittlerweile angehäuft haben ist es auch ein leichtes, ein Best of Programm zusammen zu bringen das ausnahmslos jeden Fan zufrieden stellen sollte. So gab es neben den erwähnten neuen Krachern selbst mit Foul Taste of Freedom Material aus der frühesten Schaffensphase der Band. Und auch das von vielen als bestes Pro Pain Album proklamierte The Truth Hurts wurde gebührend gewürdigt. Nach einer Zugabe entließen Pro Pain die letztlich doch freudestrahlenden Fans in den Osnabrücker Regen und bewiesen eindrucksvoll dass man sich bei ihnen keine Sorgen über etwaige Abnutzungserscheinungen machen muss.
Somit bleibt unterm Strich ein etwas durchwachsenes Konzert, das aber ob der tollen Performance von Pro Pain einige Zuschauer mehr verdient hätte.
geschrieben am 19.05.2010 von Blizzard
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musikalischer Background des Verfassers NWOBHM; Thrash- / Speed- / Power- / US- / Death- / Doom / Stoner Metal ; Glam / Classic/ Hard Rock & Sleaze,
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