Das Originalreview mit Cover, Bandinfos, Links sowie eine Druck- und Versandversion ist hier nachzulesen:
http://www.metalglory.de/reviews.php?nr=19918
Sons Of Liberty "Brush-Fires Of The Mind "
Reviewtext: Spätestens seit dem Iced Earth-Album “The Glorious Burden” wissen wir um das Interesse von Jon Schaffer an seiner Landesgeschichte. Für seine Ansichten und Aussagen hat er von Presse und Fans damals ordentlich Kritik hinnehmen müssen. Leiser hat ihn das aber nicht gemacht. Nur nimmt er zur Verbreitung seiner Meinung nun den Umweg über ein Nebenprojekt namens <i> SONS OF LIBERTY</i> und das hier vorliegende Debütwerk. „Brush-Fires Of The Mind” war ursprünglich als Gratisdownload auf der Bandhomepage verfügbar, wird aber nun von Century Media als vollwertiges Album in die Läden gebracht.
Schaffer hat das Album quasi im Alleingang komponiert und setzt hier lyrisch auf recht harsche Kritik an Politisch brisanten Themen und übt damit einhergehend auch mächtig Kritik an bestehenden Systemen. Ich maße mir als Nichtamerikaner keinen definitiven Kommentar über die lyrischen Inhalte Uncle Sam betreffend an; auf mich wirkt das ganze aber oft befremdlich und mit meinem europäischem Halbwissen betrachtet oftmals schlichtweg plakativ.
Daher überlasse die Kommentierung der Lyrics lieber anderen (fundierte Kommentare zum Thema als Posting ausdrücklich erbeten!) und widme mich schwerpunktmäßig lieber dem musikalischen Aspekt von „Brush-Fires Of The Mind”. Die Lead Gitarren und Solis hat einer der weltbesten Rhythmus Gitarristen ganz ausgezeichnet ausgearbeitet: Druckvoll und mit einer ordentlich Portion Wiedererkennungswert ausgestattet sorgen sie für eingängigen und kurzweiligen Hörgenuss. Natürlich kann auch ein Jon Schaffer nicht über seinen Schatten springen und plötzlich einer komplett andern Stilistik frönen, so dass klar sein sollte das vieles nach Iced Earth klingt. Allerdings, und das ist erfreulich, eher nach den alten Tagen seiner Hauptband. Wohl auch, weil er hier wieder für die Vocals verantwortlich ist, ein Job den er im übrigen verdammt gut erledigt. Und auch bei der Programmierung des Siliziummonsters, das sich für die Schlagzeugarbeit verantwortlich zeigt, hat Jon Schaffer recht akkurat gearbeitet. Denn das Computerdrumming klingt nicht wie einst „Angelo Sasso“ bei den deutschen Vorzeigpiraten Running Wild neben der Spur, sondern kommt äußerst „lebhaft“ aus den Boxen geballert.
Was den Hörgenuss allerdings nachhaltig trübt (und mich letztlich auf der Sieben Punkte Marke innehalten lässt), sind die leider überlangen Intro/Outro Passagen, die die Songs unnötig in die länge ziehen und der Kompaktheit des Materials recht abträglich sind. Denn eigentlich ist „Brush-Fires Of The Mind” im Kern zackig, knackig intonierter US-(Power) Metal typisch Schafferscher Prägung. Nur leider geht durch diese Intermezzi die Power hörbar flöten. Warum ein so genialer Songwriter hier auf ellenlange Klangpassagen setzt, bleibt wohl sein Geheimnis. ...
<b>Anspieltipps: </b> False Flag, Our dying Republik, We the People
<b>Fazit: </b> Ordentliches Debüt des Iced Earth Masterminds mit seinem Nebenprojekt.
<b>Line-Up: </b>
Jon Schaffer – Vocals, Guitar, Drumcomputer, Programming
Rob Draken - Bass
Backing Vocals: Howard Helm & Jeff Brandt
Gäste:
GuitarSolos auf "Jekyll Island","Indentured Servitude" und "The Cleansing Wind" : Jim Morris
GuitarSolos auf "Don't Tread On Me" und "Feeling Helpless?": Troy Seele